Testbericht – Das Oxbow Discover Air 12’6 – Schick unterwegs

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Auch der bekannte Surfbrand Oxbow ist auf den Stand-Up-Paddling Trend aufgestiegen. Die seit 2018 zum Verbund der BIC Gruppe gehörende Marke weist ein sportliches und wie wir finden, speziell bei den Hardboards auch ein besonders schickes Sortiment auf.

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Wir haben uns für den Test ein sportliches Touring inflatable ausgesucht, was sich durchaus sehen lassen kann. Das Oxbow Discover Air 12’6 x 28. Mit 28er Breite ist es etwas schmäler als der Durchschnitt der aufblasbaren Touringbretter. In folgendem Test erfahrt ihr ob das oberflächlich gesehen „sportlich und schick“ wirkende Board auch mit seinen inneren Werten überzeugen kann.

Daten und Prüfstand

Die Angaben der Hersteller weichen manchmal von der Realität stark ab. Wir messen wo möglich selbst für euch nach, checken den Inhalt und gehen den Marketingversprechen auf den Grund.

Modell / Jahrgang: Oxbow Discover Air 12’6 / 2019
Ausführung: 12’6 x 28
Daten (nachgemessen):
Effektive Länge: 379 cm
Effektive Breite: 71.5 cm
Effektive Dicke: 15 cm
Gepäcknetz: 35 x 38 cm
Finnekasten Länge: 21,5 US-Box
Gewicht Board (ohne Finne) 11.65 kg
Finnenhöhe (effektiv, ohne Schlitten): 19.7 cm
Volumen (lt. Hersteller) 290 l
Material (lt. Hersteller):
Lagen: PVC Layer , Double Layer Rails, verstärkte Stringer
Innenkern: Drop-Stich Innenkern
Weiteres:
Fusspad: EVA Diamond Grip
Weiteres:
Applikationen: Leash Öse hinten, Ventil hinten, Handgriff,  zusätzliche Griffe vorne und hinten, Gepäcknetz, Abschleppöse Unterboden
Zubehör: Doppelhubpumpe, Rucksack mit Rollen, Touring-Finne, Schnellspanner, Repairset
Weitere Bemerkungen:

 

Steifigkeitstest:

Seht selbst – denn Bilder sagen oft mehr als Worte.

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Board ohne Belastung
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Belastung: 80 Kilo Kampfgewicht, Abstand Böcke = 2 m, 1 Bar Druck

Das Oxbow Discover Air SUP-Board weist eine ordentliche Steifigkeit auf. Das Material flext zwar beim Sprung auf dem Bock etwas mehr nach aber zeigt sich im Wasser und beim verdrehen um die Mittelachse von der steifen Seite. Es gibt zwar noch steifere Bretter aber das Flexverhalten ist noch insgesamt auf einem relativ hohen Niveau.

Unser Tipp – wähle „steif in ALLE Richtungen“:  Die messbare, waagrechte Steifigkeit ist wichtig aber das alleine sagt noch nichts über die Gesamtsteifigkeit aus. Denn ebenso wichtig ist die Torsionssteifigkeit und das generelle Flexverhalten. Speziell bezüglich den beiden letzten Punkten sollte man bei allzu kernigen Marketingaussagen & Massnahmen aufpassen. Nicht jede Massnahme, wie manch trendige Carbon Verstärkung bringt immer den gepriesenen Effekt & man erkauft sich das u.U. mit grösserem Rüstaufwand, höherem Gewicht bzw. schlechterem Handling beim zusammenlegen. Bei manchen Boards wird das Material nur punktuell in eine Richtung versteift & es kommt des Gewichtes wegen relativ dünnes, wenig steifes Grundmaterial zum Einsatz. Der Effekt, die Boards weisen zwar eine gute waagrechte Steifigkeit auf, haben aber eine geringe Torsionssteifigkeit & kämpfen mit starkem Eigenleben des Shapes. Unserer Meinung nach gilt der Fokus deshalb nicht den schick-klingenden Versteifungsmassnahmen, sondern dem Grundmaterial. Mit einem ehrlichen und dichten Drop-Stich Material & ordentlichen Wandstärken fährt man in punkto Fahreigenschaften & Langlebigkeit unserer Erfahrung nach am besten.

 

Erster Eindruck / Verarbeitung:

Spitz, flach, schmal, lang. „Sportskanone“ – Genau so lässt sich mein Erster Eindruck beim Blick aufs Board beschreiben. Die Nose hat eine besonders sanfte, geringe Aufbiegung, die Rails verlaufen relativ parallel und enden hinten in einem leicht abgerundeten Heck. Ein richtiger Sportler, jedenfalls was Form und Masse angeht.

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Das Oxbow Discover Air wirkt an Nähten, Fusspad und Klebestellen ordentlich verarbeitet.

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Schön verarbeitet, nur der hintere Klebestoss hätte beim Testboard der Optik halber gerne mittig platziert sein dürfen. Die Öse hinten ist robust aber wirkt etwas globig.

Das leicht eingegraute Fusspad im Diamond-Grip Style ist komfortabel und nicht ganz so schmutzempfindlich wie z.B. ein weisses Pad. Die Abschleppöse unter dem Unterboden könnte man bei so einem sportlichen Board unserer Meinung nach weglassen. Der Stringer ist oben und unten verstärkt und dabei schön ins Board eingearbeitet.

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Das Gepäcknetz könnte angesichts des vorhandenen Platzangebots ruhig noch etwas grösser sein. Wir würden ausserdem Edelstahlösen anstelle den verbauten Kunststoffösen aus Haltbarkeitsgründen vorziehen. Vorbildlich sind die beiden Griffe zum anheben vorne und hinten. Der zentrierte Mittelgriff ist sehr angenehm gepolstert.

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Nach vorne ist die Nose ganz sanft ansteigend

Top sieht der Rucksack im Oxbow Organic-Look aus. Dazu grosse Rollen und ein robustes Material. Die Doppelhubpumpe funktioniert gut und entspricht mittlerweile dem Standard.

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Die einfache Kunststofffinne gewinnt zwar keinen Materialpreis, weist aber eine sehr grosse Fläche auf welche in Verbindung mit der Shapeform ein guten Geradeauslauf verspricht. Etwas nervig haben wir das festziehen der Finnenschraube hinten empfunden.

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Die Finne sorgt für grandiosen Geradeauslauf, ist aber wegen der hinten platzierten Schraube etwas hakelig zu montieren

Im Wasser

Im Wasser liegt das Board mit meinem Fahrergewicht von 80 Kilo besonders hinten recht satt. Es rollt zwar etwas leichter aber fühlt sich nicht zu stelzig an. Gute Voraussetzungen also für Sport im Wasser – Und siehe da, das Oxbow zischt auch gleich, mit wenigen Paddelschlägen ordentlich voran. Durch das schnelle, leichte Anpaddeln stabilisiert sich das Board sehr gut. Überraschend: Rein von den Massen hätten wir generell eher mit etwas weniger Standstabilität gerechnet.

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Eisig kalt – dank Trockenanzug schicken wir Tester Jerome bei Wind & Wetter raus

Die geringfügig nach oben gezogene Nose hebt sich vorne leicht übers Wasser. Sie wippt zwar leicht nach, stört aber nicht durch permanentes klatschen ins Wasser, wie wir es bereits schon von manch anderen Boards her kennen.

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Die Geschwindigkeit lässt sich mit dem Oxbow Discover iSUP gut halten. Der bei Gewichtsverlagerung relativ leicht zum rollen neigende Shape erfordert jedoch etwas mehr Konzentration auf langen Strecken. Das Board zeigt sich von der spurtreuen Seite, man muss also nicht ständig die Seite wechseln beim Paddeln. Würde der Shape vorne noch flacher im Wasser liegen, könnte man sogar noch etwas mehr Geradeauslauf herauskitzeln. Wir finden aber Oxbow ging bei diesem Shape den richtigen Weg. Der Shape ist damit unanfälliger gegen Einstechen bei kleineren Wellen und saugt sich so auch weniger am Wasser an.

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Beim lästigen Kabbelwasser spürt man zwar ein wenig die Eigendynamik des Shapes, dieser lässt sich aber mit ein wenig Power und Geschwindigkeit noch gut beherrschen. Auch kleinere Wellen lassen sich damit meistern, gesetzt dem Falle man begegnet ihnen wie es sich gehört von vorne oder hinten. Auf seitliche Wellen reagiert der Shape relativ früh mit „rollen“. Aber hey, es ist ja nur Wasser 😉

Am wohlsten fühlt sich das Oxbow Discover inflatable Board aber spürbar im flachen Wasser.

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Nach hinten laufen funktioniert zumindest bei mir in eher tänzelnder Manier noch recht gut. Jerome, den die Natur mit einem Balancegefühl eines Steibocks ausgestattet hat, macht einen Sprung und steht hinten sicher. Aber er ist auch kein Massstab, er gehört zu der Sorte die der Herausforderung zu liebe auch sogar noch einen Zahnstocher taillieren würden.

Vergleicht man das Oxbow SUP-Board z.B. mit einem 29er breiten Tourer, spürt man zwar den etwas schmäleren Shape beim balancieren auf dem Board aber wie bereits angedeutet, steht man darauf immer noch beachtlich stabil.

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Mit ein wenig Übung gelingen auch Pivotturns ordentlich. Am besten man tastet sich dabei mutig, langsam immer weiter nach hinten und findet seinen ganz persönlichen Grenzpunkt. Die flächige Finne erfordert dabei hinten beim drehen etwas mehr Druck.

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Alles in allem merkt man dem Shape an das er sich am liebsten bei schnellen, langen Strecken im Flachwasser austobt. Keine Angst – das Oxbow Discover Air ist keine kompromisslose Sportmaschine und es besitzt auch noch ein wenig Allroundgene, so das es noch gut in die Kategorie Tourenboard passt.

Unser Fazit:

Das Oxbow Discover Air 12’6 x 28 ist ein sportliches Touringboard. Nicht mehr ganz so universell und spielfreudig wie manch 29er oder 30er Touringbrett. Dafür aber noch einen feinen Hauch sportlicher. Perfekt geeignet für nicht allzu schwere Leute (bis ca. 85 Kilo), welche gerne lange Touren und Workouts im Flachwasser machen möchten.

Sportliche Einsteiger werden sicher am Anfang etwas mehr Übung brauchen. Aber auch die brauchen grundsätzlich keine Angst vor dem schicken Flitzer zu haben. Man gewöhnt sich daran und möchte dann u.U. auch keinen breiteren Shape mehr. Testen & ausprobieren heisst die Devise!

Die schlauen Köpfe kaufen das Board beim spezialisierten Fachhändler. Dort könnt ihr auch das Material i.d.R. testen und profitiert von guten Sets, Top-Beratung, aktuellsten Serien und im Falle eines Falles von professionellen Reparaturen & schnellen Garantieabwicklungen. Bei den SUP-Piraten gibt’s das Board zum Top-Setangebot z.B. auch inkl. high-end Carbon Paddel, gratis Testmöglichkeit bei meist sofortiger Verfügbarkeit.

–> Das Oxbow Discover Air 12’6 x 28 im SUP-Piraten Shop anschauen/kaufen

Kurzes Video zum Test:

*Wichtig: Dieser Test ist kein offizieller Produkttest und ersetzt keine Probefahrt durch Dich! Er beruht lediglich auf eigenen Erfahrungen, auf persönlichen Meinungen zu diesem Produkt (frei von Sponsoring). Dein Fahrkönnen, Deine Gewohnheiten und Bedürfnisse sind bei der Wahl des passenden Stand Up Paddle Boards unbedingt mit einzubeziehen!

Und anbei noch ein paar Impressionen vom Boardtest:

Testbericht – Das Oxbow Discover Air 12’6 – Schick unterwegs
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