Das neue Mistral Spirit 12’6 tritt an…

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Spitz, schmal, scharf und schnell…. genau das geistert einem wortwörtlich im Kopf herum wenn man vor dem neuen Mistral Spirit Inflatable steht. Ob der Pfeil allerdings hält was er verspricht, ob der Funke des Geists auch wirklich überspringen will, das soll folgender Testbericht klären.

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Macht jede Menge her – das neue Mistral Spirit Inflatable Board

Sportliche schmale Race- und Touringboards sind immer mehr im kommen. Kaum ein Hersteller der 2016 nicht mindestens auch eine solche Rakete mit am Start hat. Was die wenigsten wissen: Mistral war einer der Pioniere was lange, steife (6 inch) und schnelle Inflatables betrifft. „M1“ – welch wohklingender Name schmückte doch damals den blau-weissen Sportler, welches sich im Laufe der Jahre zu einem der beliebtesten Tourer entwickelte . 2015 war dann allerdings Schluss mit lustig… das M1 wurde eingestellt. Ersatz kam keiner… dies sorgte nicht nur bei uns für ungläubiges Kopfschütteln.

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Der bewährte Vorgänger – das Mistral M1 – damals etwas breiter

Doch nun ist es unter dem Namen „Spirit“ zurück und es macht sich bereits schon beim ersten Anblick das Gefühl breit, das es sich gelohnt hat zu warten. Denn optisch macht es jede Menge her. Die Form wirkt pfeilschnell, der Look schön sportlich durchgestylt.

Mistral Spirit, harre der Dinge die da kommen – wir gehen Deinem Geist auf den Grund!

Wir nehmen das Board aus dem neuen (nun viel hochwertigeren) Rucksack. Der Bag entspricht dem der aktuellen Equipe Serie. Rundum zu öffnen, aus stabilem 600 D Nylon Material, robuster, grobkörniger Reissverschluss, mit praktischem Pumpenfach vorne. So muss ein Rucksack aussehen. Jetzt noch (bitte grosse) Rollen dazu, dann „hätte“ Mistral das Optimum herausgeholt.

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Komplett ausgestattet – nur die Pumpe könnte besser sein

Das Board ist schön leicht. Zwar nicht auf Equipe Niveau aber mit 10.6 kg hat es sicher nicht zu viel auf den Rippen. Mit 1 Bar spiritueller Luft gepumpt fühlt es sich gleich auch sehr hart an. Die feinen Nähte deuten auf ein linear verwebtes Drop-Stich Netz hin. Das Material aus Korea ist bewährt und bot in der Vergangenheit uns stets einen sehr guten Kompromiss zwischen Steifigkeit und Gewicht.

Das PVC Deck-Design ist Ton in Ton mit dem Deckpad-Design… relativ aufwändig gemacht und wirkt sehr harmonisch. Die Verarbeitung ist auf Top Niveau. Speziell die geringen Spaltmasse im Fusspaddesign sind Sahne! Gute Arbeit auch an Stoss, engen Radien und den Applikationen.

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Das neue, spitze Mistral Spirit ist schön sauber verarbeitet

Der gepolsterte Handgriff sitzt gut ausbalanciert und wurde sauber eingearbeitet.

Das Fusspad ist im Standbereich glatt, hinten wo man mehr Grip braucht dagegen im Diamond-Cut Style. Macht durchaus Sinn. Hinten besitzt das Spirit im Gegensatz zum Vorgänger kein Kickpad mehr. Unserer Meinung nach aber auch nicht notwendig, und im Falle des M1 auch damals kaum sinnvoll nutzbar. Ausserdem stört es nun so weniger beim zusammenrollen. Und auch in Sachen Haltbarkeit macht das Sinn, zeigte sich doch das damalige M1 Kickpad immer gerne mal von der ablösenden Seite.

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Maximale Variabilität mit dem US-Box Finnensystem

Die Pumpe, wie gehabt. Eine mit „Mistral“ gelabelte Pumpe… die man so ähnlich z.B. auch bei Naish und anderen Premium Marken findet. Fussstück und Zylinder sind aus einer Form gegossen. Einhub Funktion. Externes Manometer das via Adapter zwischen Schlauch und Handgriff geklemmt wird. Sollen wir ehrlich sein? Ja, sie funktioniert, man benötigt verhältnismässig geringe Handkräfte aber die Haptik, das Qualitätsempfinden und die Haltbarkeit ist doch eher lausig. Das geht jedenfalls besser und letztlich wäre eine Pumpe auf Premium Niveau auch dem Preis angemessen. Leider scheint hier die Entwicklung zugunsten den Kosten halt zu machen. Ein leidiges Thema auch bei vielen anderen Herstellern. Ein Grund wieso wir im Shop jedes Board mit einem Pumpen-Upgrade anbieten.

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Das Board kommt mit Standartfinne

Ernüchterung auch bei der US-Box-Finne. Standard wie man sie an jedem 0815 Board findet. Das mag zwar irgendwie zweckmässig sein aber es will nicht so recht zu einem sportlichen Mistral Spirit passen. Aber immerhin, dank US-Box Standard ist man sehr variabel und auch hier bieten wir im Shop eine Upgrade-Möglichkeit.

Relativ spät merken wir dann bei näherem betrachten, dass da ein wichtiges Utensil fehlt. Na ratet mal… fällt es Euch auf?

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Rrrrrichtig! Das Spirit hat kein Gepäcknetz. Okay, also es sieht schon super so aus, noch kompromissloser und noch sportlicher. Für uns ist dies allerdings ein No-go! Das Brett wird ja in der Regel nicht von Racern gefahren sondern von Leuten die so sind wie Du und ich… Leute die Touren machen möchten und sich gerne etwas Proviant mitnehmen… Bierka(e)sten, Cervelat, Kamera und Co. Eine Nachrüstung eines Gepäcknetzes ist zwar an sich kein Problem aber es will nicht so recht zu einem Board dieser Klasse passen.

Aktualisierung: Auf Anfragen beim Importeur bekamen wir dann die positive Nachricht, das die grosse Serie im Frühjahr „selbstverständlich mit Gepäcknetz“ kommt! Was regen wir uns eigentlich auf…?

So genug Theorie, auf geht’s zum obligatorischen Steifigkeitstest.

Und der überzeugt, wie ihr Euch im Bild unten auch selbst überzeugen könnt.

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Vom Heck zur Nose nicht ganz flach sondern sanft angehoben

Schön steif über die gesamte Länge. Die Nose schwingt im Gegensatz zu manch anderen Testprobanden nur ganz leicht nach…

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Das Mistral Spirit knickt auch bei 85 Kilo nicht ein

Steifigkeit ist immer wieder so ein Diskussionsthema. Spürt man wirklich ob ein Board ein paar Millimeter mehr oder weniger nachgibt? Sicher, ein Einsteiger der nicht parallel vergleichen kann wird erst einmal überfordert sein das zu spüren bzw. das funktionell zuordnen zu können. Fakt ist aber, ein steifes Board liegt anders im Wasser. Von der Seite betrachtet hängt ein Board mit grossem Flex mehr durch, was man letztendlich in der Regel mit Widerstand und Kraftaufwand bezahlt. Besonders aber spürt man die Unterschiede bei Wellen. Ein steifes Board ist hier besser und direkter beherrschbar. Das Gefühl ist einfach ein anderes. Wer ein wenig Erfahrung hat, wird ein steifes Board auf jeden Fall zu schätzen wissen. Auch muss man wissen das der Flex eines Boards im Laufe der Zeit eher zunimmt. Um das zu kompensieren muss man dann mit mehr Druck arbeiten. Mehr Druck bedeutet eine höhere Materialspannung, das Material wird mehr belastet… was wiederum der Lebensdauer nicht zuträglich sein kann. Wer also von Anfang an ein steifes Board wählt fährt hier risikoärmer.

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So, und nun wieder zum Spirit! Der relativ schmale, 71 cm Body lässt bereits vor dem Aufstieg eine gewisse Sportlichkeit vermuten. Ein paar Sekunden später wissen wir dann mehr. Wir stechen in See – und die Standsicherheit ist absolut im grünen Bereich. „Aktiv aber nicht zu fordernd“, so der Kommentar eines Testers.

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Sportlich aber nicht zu kippelig

Wir testeten das Board intensiv bei absolut flachem Wasser. Zwei mal wählten wir das Board bei leichten Schaukelwellen, auch dies stellte die Reiter vor nicht allzu grosse Herausforderungen. Die Nase gleitet frontal genommen sehr schön über kleinere Wellen, bei grösseren muss man das Gewicht nur etwas nach hinten verlagern, schon tront die Nase über dem Wasser.

Bei längeren Touren in etwas unruhigem Wasser muss man sich ein wenig mehr konzentrieren. Der sportliche schmale Shape ist etwas kippeliger als es der Touringboard-Durchschnitt ist. Wellen von der Seite muss man daher mit etwas Speed und Selbstvertrauen begegnen.

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Das Heck läuft hinten relativ spät zusammen und sorgt so für ausreichend Halt wenn man etwas weiter hinten steht. Beim Pivotturn zeigt sich das Board erstaunlich stabil. Erst weit hinten am Ende des Fusspads wird die Unternehmung dann zum Balanceakt.

Das schnittige Board paddelt sich schnell an. Auch intensives Paddeln bringt es nicht aus der Ruhe. Der Geradeauslauf ist sehr gut, könnte aber mit einer grossflächigeren Race Finne noch optimiert werden. Gefühlt ist das Mistral Spirit sehr schnell – wir würden sagen es reit sich unter den momentan schnellsten Inlatables seiner Klasse ein.

Mistral-Spirit-Testbericht

Preislich liegt das Board im gehobenen Segment.

Als Alternative zum Mistral Spirit 12’6 bietet Mistral das Modell Emotion 14″ an. Das Mistral Emotion 14″ ist bis auf die Länge identisch mit dem Spirit. Das Board verspricht einen noch besseren Geradeauslauf und Auftrieb, den man sich allerdings aufgrund der Länge mit etwas mehr Flex an den Extremitäten erkauft. Alles in allem empfehlen wir Fahrern bis ca. 90 Kg eher das Modell Spirit.

Mistral-Spirit-Test Mistral-Spirit-Testbericht

Fazit: Das neue Mistral Spirit stösst in neue Sphären vor. Kaum ein Inflatable Touring-Board das derart sportlich & spritzig unterwegs ist. Abgesehen von ein paar Detailschwächen bei der Ausstattung leistet es sich keine Ausrutscher – im Gegenteil! Ob aktive Touren oder Workouts… das Mistral Spirit eignet sich optimal für SUPer die es gerne sportlich, ambitioniert mögen. Einsteiger oder SUPer die ein Board mit Sicherheitsreserven suchen, sollten sich aber eher nach einem etwas breiteren Board umschauen.

Zu begutachten, testen und kaufen gibt es das Board wie immer –> bei den Sup-Piraten

*Wichtig: Dieser Test ist kein offizieller Produkttest und ersetzt keine Probefahrt durch Dich! Er beruht lediglich auf unseren eigenen Erfahrungen, auf persönlichen Meinungen zu diesem Produkt (frei von Sponsoring). Dein Fahrkönnen, Deine Gewohnheiten und Bedürfnisse sind bei der Wahl des passenden Stand Up Paddle Boards unbedingt mit einzubeziehen!

 

Das neue Mistral Spirit 12’6 tritt an…
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