Langzeit- Vergleichstest elektrische SUP-Pumpen – Pumpen vs Relaxen

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Na, etwa auch die Nase voll vom pumpen? Dann könnte sich die Anschaffung einer elektrischen Pumpe durchaus lohnen. Doch gute Pumpen sind leider rar.

Seit etlichen Jahren halten wir die Augen auf nach brauchbaren elektrischen SUP-Pumpen. Bislang gestaltete sich diese Suche jedoch äusserst mühsam.

Die meisten Pumpen die wir in die Finger bekamen hielten leider auf Dauer nicht das was sie versprochen haben. Ein Grossteil der Modelle waren bisher Abwandlungen von Schlauchbootpumpen. Diese zeigten sich jedoch bei Volumen um die 300 Liter und mindestens 1 Bar Druck masslos überfordert und quittierten ihren Dienst oft schon nach ein paar Wochen/Monaten.

Bislang testeten wir im Shop an die 15 verschiedene Exemplare und mussten leider vielen davon das Prädikat „untauglich“ verabreichen. Ein Langzeittest und eine entsprechende Empfehlung unsererseits waren damit einfach nicht machbar. Man könnte meinen, es waren evtl. alles Montagsmodelle? Aber wir hatten beim ein- oder anderen Modell bereits schon einige Serien in den Händen mit genau den selben Mängeln. Und wenn man sich die Verarbeitung, das Innenleben mancher Modelle anschaut, dann ahnt man schnell… das kann langfristig einfach nicht funktionieren.

Wir waren erstaunt, denn einige dieser Pumpen schnitten in offiziellen Testberichten gar nicht mal so schlecht ab… wir nehmen an, die meisten dieser Geräte wurden wahrscheinlich nur kurzzeitig im Neuzustand bewertet? Um für uns und euch ein möglichst nachhaltiges, aussagekräftiges Urteil fällen zu können, entschieden wir uns deshalb für einen 5 monatigen Langzeittest von Produkten die wir als Testtauglich betrachten.

Und so bleibt es für unseren Test letztlich auch bei einer relativ überschaubaren Produkt-Auswahl.

Aber: Falls wir eurer Meinung nach noch weitere ordentliche Pumpen testen sollten, tut euch bitte keinen Zwang an. Wir sind dankbar für jeden Hinweis!

Da die meisten Nutzer möglichst unabhängig sein möchten, haben wir uns auf Modelle mit (zumindest optionalem) Akkubetrieb und mit einer Leistung von mindestens 1 Bar Druck beschränkt. Die Variante, das Volumen mit einem Gebläse und den Rest mit der Handpumpe zu machen erscheint uns als wenig praktikabel. Denn gerade wegen des schweisstreibenden Pumpens bei hohem Druck entscheiden sich ja viele für ein elektrisches Helferlein.

Für diesen Test haben sich aufgrund unseren Kriterien nun ganze 3 Modelle qualifiziert:

  • Bravo (Scoprega) SUP-20 GE2 2019 Pumpe
  • Jobe SUP-Air Pump-12 VDC (Basis Bravo 21 Pumpe)
  • Indiana SUP-Pumpe HT-78/2

Die eigentlich ursprünglich für den Test geplanten Modelle Bravo BP12, BTP12 sowie ein Modell von Aquamarina und Sevylor wurden wegen wiederholten Defekten bereits im Frühstadium des Langzeittests entnervt ausgeschlossen. Ob dies nun Montagsmodelle oder Einzelfälle waren? Das können und wollen wir zwar nicht mit letzter Sicherheit sagen aber wirklich vertrauenserweckend wirkte deren Innenleben auf uns auch nicht unbedingt.

Bravo BTP12: Gleich 2 dieser Pumpen quittierten ihren Dienst zu früh
Auch die Bravo BP12 SUP entpuppte sich im Test als Sorgenkind
Die erste Aquamarina gab nach 6 Tagen Einsatz auf. Die zweite hielt ganze 20 Tage durch.

Messwerte und Daten

Unsere Messwerte:

Da wir mit Herstellerdaten doch schon die ein- oder andere böse Überraschung erlebt haben, messen wir wo möglich selbst nach und testen die Geräte auf deren Leistung im Praxiseinsatz.

*Das Referenzboard für diesen Test ist das Kajuna Flat-Ray LE 12’6 x 29″ Board. Das Volumen beträgt 300 Liter. Der Druck für den Langzeit-Test beträgt bei 1 Bar.

**Langzeit-Testzyklen (über 5 Monate): Alle 2 Tage. Jeweils 2 Boards hintereinander – je 2 mal täglich mit Pause von 15 min.

Bravo SUP20 Pumpe Jobe SUP-Pumpe Indiana SUP-Pumpe
Lautstärke: 85.7 dB 98.7 dB 93.1 dB
Pumpzeit Volumen: 2.45 min 3.25 min 1.30 min
Pumpzeit kpl. 7.42 min 10.24 min 13.2 min
Anzahl Boards mit Akkuladung (Neuzustand) 3.7 Boards 3.4 Boards 3.8 Boards
Anzahl Boards mit Akkuladung (**Testende) 2.7 Boards 2.5 Boards 3.3 Boards
Gewicht (nur Pumpe): 4.8 kg 4.3 kg 0.75 kg Akku /

1.6 Kg Pumpe

Ladedauer: 6 Stunden 5.5 Stunden 7.5 Stunden

Allgemeiner Datenvergleich:

Bravo SUP20 Pumpe Jobe SUP-Pumpe Indiana SUP-Pumpe
Akku Blei Akku Blei Akku Lithium Akku
Gebläse: Nein Nein Ja
Kompressor: Ja Ja Ja
Maximaler Druck 1.5 Bar (22 psi) 1.35 Bar (20 psi) 1.38 Bar (20 psi)
Leistung / Anzahl Boards: Siehe Mess-Daten Siehe Mess-Daten Siehe Mess-Daten
Lautstärke / Gewicht: Siehe Mess-Daten Siehe Mess-Daten Siehe Mess-Daten
Netzbetrieb: Nein, nur laden Nein, nur laden Nein, nur laden
Betrieb an Autobatterie: Direkt & am Zig.- Anzünder Am Zig.- Anzünder Direkt & am Zig.- Anzünder
Laden an Autobatterie: Direkt & am Zig.- Anzünder Direkt & am Zig.- Anzünder Nein
Empfohlener Verkaufspreis: 329.00 CHF 259.00 CHF 349.00 CHF

Kurzes Video – Alle Pumpen im Betrieb


Zu den Modellen:

Bravo (Scoprega) SUP-20 GE2 2019 Pumpe: 

Bravo-sup20-ge2-2019-testbericht

Die Bravo (Scoprega) gehört sicher mit zu den meist verkauften Akku-Pumpen im Markt. Sie war lange fast alternativlos aber fiel uns in der Vergangenheit etwas zwiespältig auf. Es gab immer wieder Serien mit hohen Qualitätsproblemen. Die einen verrichteten ihre Arbeit lange und zuverlässig, die anderen wiederum streikten bereits im frühen Stadium. Mit der aktuellen Serie GE2 2019 scheint der Hersteller seine Hausaufgaben endlich gemacht zu haben. Seit 1/2 Jahr laufen unsere aktuellen Testmodelle ohne grössere Beanstandungen.

Funktionsweise: Die Pumpe verfügt über einen integrierten Akku. Die Pumpfunktion übernimmt von Anfang bis Ende ein Kompressor welcher mit 2 grossen Kolben am laufen gehalten wird. Der Luftdruck wird am Manometer eingestellt, die Pumpe hört automatisch bei erreichen des Drucks auf. Die Luft kann sowohl gepumpt als auch abgesaugt werden. Entweder kann die Pumpe mittels integriertem Akku betrieben werden oder man hängt sie direkt an die Autobatterie. Aufladen lässt sich die Pumpe mittels Autobatterie oder direkt am Netz. Ein reiner Netzbetrieb ist dagegen nicht möglich.

Testergebnis und Meinung: Die Bravo SUP20 GE2 Pumpe ist auch ohne Gebläse die schnellste und leisseste Pumpe im Vergleich. Der Kompressor wird mit 2 grossen Zylindern betrieben, was für eine hohe Literzahl und Power auch im Hochdruck-Bereich sorgt. Bei hohem Druck ist sie klarer Spitzenreiter. Der Kolben/Motor läuft langsamer, vibrationsärmer und unserer Meinung nach auch verschleissärmer als bei den anderen Exemplaren. Der Abrieb hielt sich optisch in Grenzen. Sie ist mit 4.8 Kg die schwerste und auch grösste Pumpe im Test.

Das Zubehör ist Top. Tasche, Krokodilklemmen für die Autobatterie, Kabel für Zigarettenanzünder, 1 Ersatzsicherung und 2 verschiedene, anpassbare SUP-Adapter sowie diverse Adapter für Luftmatratzen etc…  Der lange Schlauch macht qualitativ einen ordentlichen Eindruck, wir hatten bislang keine Undichtigkeiten. Nur die Klemmen am Schlauch könnten etwas robuster ausfallen. Beim herausdrehen des Adapters aus dem Ventil muss der Adapter je nach verwendeter Dichtung festgehalten werden, ansonsten droht Luftverlust.

Leider verfügt diese Pumpe über einen Blei-Akku. Dieser schafft im Neuzustand zwar etwa 3.7 Boards aber die Leistung des Akkus lässt erfahrungsgemäss schneller nach als dies z.B. bei Lithium oder Nickel Akkus der Fall ist. Der verwendete Bleiakku ist zudem anfälliger gegen Tiefentladen, scheint temperaturempfindlicher und will homogener genutzt werden. Bei einer Lagerung von mehr als 2 Wochen sollte unbedingt die Sicherung entfernt werden. Das wissen/lesen leider nur wenige und ein gut zu lesender Hinweis darauf fehlt auf dem Gerät selbst. Auch die Tatsache das der Akku integriert ist und nicht ausgetauscht werden kann ist schade. Die Dioden-Anzeige des Ladegeräts funktioniert nicht immer zuverlässig. So kann es u.U. ab und zu sein das dass Gerät den Lademodus anzeigt obwohl der Akku bereits geladen ist.

Der Überhitzungsschutz sorgt dafür das dass Gerät nicht überhitzt (wegen Umgebungstemperatur und/oder zu intensiver Nutzung). Hierzu leuchtet die Pumpe im Druckmesser rot auf und stellt den Betrieb so lange ab, bis wieder normale Temperaturen herrschen. Die Pumpe leistete nach einer Überhitzung wieder wie gewohnt ihre Arbeit.

„Unser Fazit: Empfehlenswert für den SUP-Alltagseinsatz bis zu hohem Druck!“

Die Bravo SUP20 GE2 Pumpe ist nicht gerade günstig aber sie ist, sofern man kein altes oder kein Montagsmodell erwischt mittlerweile zum Glück ausgereift. Die Mechanik mit den 2 grossen Zylindern macht mittlerweile auch einen sehr robusten Eindruck, der Verschleiss hält sich in Grenzen und gerade auch leistungsmässig überzeugt die Pumpe voll. Speziell auch, wenn man mehr Druck als 1 Bar möchte gibt es dazu unserer Erfahrung nach kaum eine bessere und schnellere Pumpe. Wenn wir uns etwas wünschen dürften, dann wäre es genau diese Pumpe mit einem (austauschbaren) Lithium-Akku!

Beim Kauf unbedingt darauf achten das es sich um das 2019er GE-2 Modell handelt. Dieses wurde entscheidend verbessert und wurde auch für diesen Test herangezogen. Die alten Modelle sehen fast gleich aus und werden aktuell oft billiger, meist so um die 200 – 250 CHF verkauft. Immer noch zu viel Geld wenn’s nicht hält.

–> Hier kann man die Bravo SUP 20 GE2 Pumpe kaufen und testen 


Jobe SUP-Air Pump-12 VDC:

Die Pumpe basiert eigentlich auf den Bravo 21 Pumpen, die bei uns seit 1/2 Jahr im Einsatz sind. Sie wurde in der „Jobe-Version“ in kleinen Details abgeändert, besitzt weniger Zubehör aber dafür einen robusteren Hochdruckschlauch. Zudem ist die Jobe Version etwas günstiger. Gründe wieso wir uns im Test für die Version Jobe entschieden haben.

Die Jobe (Bravo 21) ist etwas einfacher, günstiger konzipiert als im Vergleich z.B. eine Bravo SUP 20 GE2 Pumpe. Downgrading muss aber ja nicht immer zwangsläufig bedeuten das es schlechter ist… speziell bei den Qualitätsproblemen der vergangenen Bravo-Generationen wurde den Pumpen ein „mehr an Technik“ gefühlt oft auch zum Verhängnis.

Die Jobe Pumpe basiert auf der abgebildeten Bravo 21 Pumpe, besitzt aber einen noch robusteren Schlauch.

Funktionsweise: Die Pumpe verfügt über einen integrierten Akku. Die Pumpfunktion übernimmt von Anfang bis Ende ein Kompressor welcher mit einem (etwas abenteuerlich befestigten) mittelgrossen Kolben am laufen gehalten wird. Der Luftdruck wird per Drehrad eingestellt, die Pumpe hört automatisch bei erreichen des Drucks gemäss Manometer auf. Die Luft kann sowohl gepumpt als auch abgesaugt werden. Entweder kann die Pumpe mittels integriertem Akku betrieben werden oder man hängt sie direkt an die Autobatterie. Aufladen lässt sich die Pumpe mittels Autobatterie oder direkt am Netz. Ein reiner Netzbetrieb ist dagegen nicht möglich.

Testergebnis und Meinung: Einfacher konstruiert als die Bravo SUP 20 heisst für die Jobe (Bravo 21) Pumpe im Detail: Nur ein mittelgrosser Zylinder – anstelle 2 grossen, leistungsschwächerer Akku und keine optische Überhitzungsmeldung. Dafür ist sie aber auch deutlich kompakter, leichter und auch günstiger als die Bravo SUP 20 GE-2 Pumpe.

Die Jobe Pumpe ist im Vergleich die lauteste. Das Gehäuse vibriert und wandert zudem sichtbar extremer. Im Langzeittest fielen die Jobe (Bravo 21) Modelle durch einen verhältnismässig hohen Abrieb am Kolben auf. Die Pumpe veränderte ihren Ton im Laufe des Tests zudem stark und klingt nun blecherner. Die Qualität kommt nicht an eine Bravo SUP 20 GE2 oder Indiana Pumpe heran. Der Eindruck verstärkt sich auch beim Blick ins Innenleben. Alles wirkt doch etwas provisorischer und simpler.

Das Gehäuse ist besser belüftet und wird nicht ganz so warm wie beim Schwestermodell. Das ist auch gut so – denn die Pumpe verfügt auch offensichtlich nicht ganz über den selben Überhitzungsschutz einer SUP 20 GE2 Pumpe. Eine Pumpe ging nach dem Überhitzungstest aus und stellte ihre Funktion dauerhaft ganz ein. Vorbildlich und wichtig ist deshalb auch der Hinweiskleber direkt auf der Pumpe, das die Pumpe nach 20 min Betrieb ca. 15 min Ruhe braucht!

Vorbildlicher Hinweiskleber!

Das Zubehör ist komplett. Tasche, Krokodilklemmen für die Autobatterie, Kabel für Zigarettenanzünder, 1 Ersatzsicherung und 1 anpassbarer SUP-Adapter sowie diverse Adapter für Luftmatratzen etc…  Der Schlauch ist extrem sperrig und starr, sieht optisch fast etwas provisorisch wie ein Gartenschlauch aus. Aber er ist im Gegensatz zum Original Bravo SUP 21 Schlauch robuster. Nur die Klemmen am Schlauch könnten etwas langlebiger ausfallen. Beim Herausdrehen des Adapters aus dem Ventil muss auch hier der Adapter je nach verwendeter Dichtung festgehalten werden, ansonsten droht Luftverlust.

Der Schlauch ist robust aber sehr starr und wirkt etwas improvisiert

Der schwächere Akku geht in Anbetracht des offensichtlich geringeren Energiebedarfs der Pumpe in Ordnung. Er besitzt zwar nicht ganz die Laufzeit der anderen beiden Pumpen, der Unterschied fällt aber eher klein aus. Auch hier ist der Akku leider fest integriert. Auch hier kommt ein Blei-Akku, mit all seinen Schwächen (siehe Bravo SUP 20) zum Einsatz… Bei einer Lagerung von mehr als 2 Wochen sollte unbedingt die Sicherung entfernt werden (Hinweis auf dem Gerät fehlt leider). Auch bei der Jobe Pumpe funktioniert die Anzeige des Ladegeräts nicht immer zuverlässig. So kann es u.U. sein das dass Gerät den Lademodus anzeigt obwohl der Akku bereits geladen ist.

Die Kabel im Stecker sitzen ein wenig Abrissgefährdet in der Fassung

„Unser Fazit: Empfehlenswert für den ab- und zu Einsatz!“

Die Jobe (Bravo 21) Pumpe überlebt den Langzeittest und auch die Leistung stimmt. Das Qualitätsniveau liegt aber etwas unter dem einer Bravo SUP 20 GE2 oder einer Indiana Pumpe. Dafür kostet sie aber auch weniger. Der Verschleiss und Abrieb am Kolben ist höher. Um Überhitzungsschäden vorzubeugen ist zudem noch penibler auf den Betrieb gemäss Beschreibung zu achten (20min on, 15 min off). Für ein rundum sorglos Produkt sollte die Pumpe noch etwas reifen. Tipp: Wer sich anstelle der baugleichen Bravo 21 für die hier getestete Jobe entscheidet bekommt einen besseren, robusteren Schlauch.

–> Hier kann man die Jobe SUP-Air Pumpe kaufen und testen 


Indiana SUP-Pumpe HT-78/2:

Die Indiana SUP Pumpe markiert preislich die Spitze im Testfeld. Sie kommt optisch weitaus moderner und durchgestylter daher als der Rest. Wir hatten die selbe Pumpe (ohne Akku) bereits unter dem Label Seamax seit ca. 4.5 Monaten im Test. Für uns machte es damals zuerst keinen Sinn eine Pumpe ohne Akku in den Langzeit-Testbericht mit einzubeziehen. Mit der neuen Indiana HT-78/2 änderten wir aber unsere Meinung. Denn diese kommt jetzt mit einem Highlight! Mit einem dazu passenden, externen Lithium Akku inkl. Digitalanzeige. Lange mussten wir auf eine Pumpe mit hochwertigem „Lithium-„Akku warten! Deshalb schreiten wir mit ihr gespannt in unseren Test.

Funktionsweise: Die Pumpe verfügt über einen separaten Lithium-Akku. Diesen verbindet man mittels Zigaretten-Anschlussstecker mit der Pumpe. Der Akku besitzt eine digitale Ladestandanzeige. An der Pumpe kann man den Luftdruck einstellen und ebenfalls digital ablesen. Die Pumpfunktion übernimmt am Anfang ein leises Gebläse welches das Volumen innert extrem kurzer Zeit befüllt. Dann erst schaltet sich der lautere Kompressor zu, welcher mit einem einzelnen-, relativ kleinen Kolben am laufen gehalten wird. Die Pumpe hört automatisch bei erreichen des eingestellten Drucks auf. Die Luft kann sowohl gepumpt als auch abgesaugt werden. Entweder kann die Pumpe mittels dem mitgelieferten Akku betrieben werden oder man hängt sie direkt an die Autobatterie. Aufladen lässt sich der Akku nur direkt am Netz. Ein reiner Netzbetrieb ist dagegen nicht möglich.

Testergebnis und Meinung: Die Indiana Pumpe sieht nicht nur Top aus, sondern kann auch mit Funktion glänzen. Im Innern übernimmt ein, im Vergleich zur Bravo SUP20 GE2 Pumpe doch recht kleiner einzelner Kolben seinen Dienst. Dieser läuft zwar auf hohen Touren aber der Verschleiss/Abrieb hält sich (zumindest bis 1 Bar) dennoch erfreulicher Weise in Grenzen. Ein Grund ist sicher die Tatsache, das dieser den Kompressor nicht die gesamte Dauer über, sondern nur im Druckmodus antreiben muss. Das Gebläse macht die Pumpe zwar insgesamt nicht schneller aber so konnte man ein kleineres Gerät mit geringerem Gewicht und weniger Hunger konzipieren. Und das geht auf!

Nice to have ist der USB Anschluss

Der Akku hält so nicht nur am längsten, er übertrifft dank der Lithium-Technik die beiden Blei-Akkus auch in Punkto Lebens- und Lebensleistungsdauer! Die Ladestands-Digitalanzeige ist Top, stimmt aber leider nicht immer mit der Realität überein. So knickt der Füllstand von 50 – 0% sehr viel schneller ein als dies bei der ersten Hälfte der Fall ist. Nette, wenn auch nicht unbedingt matchentscheidende Gimmicks sind der USB Anschluss am Akku und die Lampen. So kann man den Akku auch zum Handy laden gebrauchen. Und die 3 Lampen machen den Akku zur Taschenlampe. Die Ladezeit des Akkus ist im Vergleich doch sehr lang.

Die Lampen sind nice to have aber weniger könnte auch manchmal mehr sein

Was uns im Betrieb auffällt ist: Je höher der Druck wird, desto langsamer wird die Pumpe im Vergleich zu den anderen. Hier macht sich der Einsatz eines einzelnen, kleineren Kolbens negativ bemerkbar. Bis 0.9 Bar ist dies durchaus noch akzeptabel. Bei höherem Druck (falls das überhaupt nötig ist) über einem Bar und dazu noch mehreren Boards kann das u.U. schon etwas nervend sein. Bei etwa 1 Bar Druck ist eine Bravo SUP 20 GE2 schon quasi doppelt so schnell, bei 18-20 psi noch sehr, sehr viel schneller.

Der kleinste Zylinder im Test schlägt sich wacker, das Gebläse (oben rechts) schont ihn zu Beginn

Die Vibrationen halten sich im Betrieb zwar in Grenzen aber die Pumpe neigt vor allem aufgrund des geringen Gewichts sehr zum wandern und gehört zudem nicht unbedingt zu den leisesten Modellen. Der starre Plastikschlauch zum Board sorgt je nach Verdrehung meist dafür das die Pumpe nicht mit allen Beinen auf dem Boden steht.

Das schwarze Gehäuse der Pumpe sieht zwar toll aus, dürfte bei Sonneneinstrahlung aber noch heisser werden und so einer möglichen Überhitzung zusätzlich noch zuarbeiten. Das gleiche gilt auch für den Akku. Dieser könnte bei einer Überhitzung durch Lagerung in der Sonne zudem dauerhaft geschädigt werden.

Das Zubehör ist zweckmässig aber leider unser Meinung nach nicht ganz zu Ende gedacht. Mit dabei sind Tasche, Krokodilklemmen für die Autobatterie, Kabel für Zigarettenanzünder, 1 fest verbundener, anpassbarer SUP-Adapter. Diverse Adapter für Luftmatratzen etc… fehlen aber leider. Der SUP-Adapter ist zudem fest verbunden mit dem Schlauch. Nur, was tun wenn ein Adapter defekt ist oder man mal andere Geräte damit aufpumpen möchte? Auch beim Schlauch hält sich unsere Begeisterung in Grenzen. Die Befestigung an der Pumpe ist zwar Top aber die Qualitätsanmutung des relativ starren Plastikschlauchs betrachten wir mit Skepsis. Der Schlauch einer ähnlichen Seamax Pumpe wurde aufgrund eines Knicks bereits undicht. Ein Flicken/Kleben ist bei solchen Drücken und Temperaturen wie sie im Schlauch herrschen nicht sehr erfolgsversprechend.

Der Schlauch ist aus Plastik und wirkt eher billig. Der Adapter ist fest am Schlauch verklebt.

„Unser Fazit: Empfehlenswert für den Alltagseinsatz mit Boards bis 1 Bar Druck!“

Die Indiana Pumpe überzeugt uns auf Anhieb. Sie sieht gut aus, ist leicht, funktioniert gut, ist zuverlässig und einfach zu bedienen. Insbesondere der Akku ist einsame Spitzenklasse und macht daraus ein sehr nachhaltiges Gesamtpaket. In punkto Leistung, Pumpzeit, Verschleiss (bei Hochdruck) und Zubehör muss sich die Indiana Pumpe aber leider noch die ein- oder andere Kritik gefallen lassen. Wer viel im hohen Druckbereich pumpt oder es eilig hat, für den eignet sich die Bravo SUP 20 GE2 besser! Alles in allem kein günstiger aber trotzdem ein Top Einstand. Eine sehr gute, frische Alternative zu den bestehenden Pumpen! Weiter so…

–> Hier kann man die Indiana HT 78-2 Pumpe kaufen und testen 


Nützliche Tipps rund ums Pumpen mit einer elektrischen Pumpe

  • Die Pumpen sollten nach 20 min Pumpzeit mindestens 15 min Pause bekommen und abkühlen können, da die Gefahr eines Heisslaufens und eines erhöhten Verschleiss sehr gross ist.
  • Pumpen/Akkus nicht in der Hitze lagern und auch nicht in der prallen Sonne betreiben
  • Akkus nicht längerfristig bei Temperaturen unter 5 Grad lagern
  • Falls die Pumpe (Akku) über eine Sicherung verfügt, diese bei einem Nichtbetrieb von mehr als 2 Wochen entfernen. Speziell bei Blei-Akkus ist dies unbedingt notwendig!
  • Den Akku möglichst homogen benutzen. Wenn er langsam leer wird, anhängen und wieder voll aufladen.
  • Der Verschleiss und die Hitzeentwicklung nimmt mit zunehmendem Druck deutlich zu. Wir empfehlen grundsätzlich Boards die bereits bei einem Bar Druck schön steif sind. Um die Lebensdauer von Board und Pumpe zu verlängern, raten wir zu einem guten Kompromiss.
  • Beim Pumpen/Laden über die Autobatterie/Zigarettenanzünder sicherheitshalber den Motor laufen lassen
  • Wir empfehlen, immer zusätzlich noch eine Handpumpe für den Worst-Case mitzunehmen!

Die Alternative zu elektrischen Pumpen:

Wer weiterhin manuell Pumpen möchte und dabei trotzdem möglichst wenig Körner verbrauchen will, für den könnte die Fanatic Triple-Action Pumpe interessant sein!

Triple-Action-SUP-Pumpe

Diese besitzt 3 Modis, bringt mehr Power und spart im Vergleich zu handelsüblichen Double-Action Pumpen eine ordentliche Portion Zeit & Kraft.

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*Wichtig: Dieser Testbericht ist kein offizieller Produkttest und ersetzt keine Beratung & Test durch Dich! Er beruht lediglich auf eigenen Erfahrungen, auf persönlichen Meinungen zu diesem Produkt (frei von Sponsoring). Deine Spezifikationen, Deine Gewohnheiten und Bedürfnisse sind bei der Wahl des passenden Produktes unbedingt mit einzubeziehen!

Langzeit- Vergleichstest elektrische SUP-Pumpen – Pumpen vs Relaxen
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