Der SUP-Paddel Guide hilft Dir…

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SUP-Paddel-ratgeber

… bei der Wahl des richtigen SUP-Paddels!

So wie dem Klempner seine Rohrzange so ist das Paddel das unabdingbare Werkzeug eines jeden SUPers.

Waren damals die ersten polynesischen Fischer auf ihren Urzeit-Bambusflössen noch mit Holzlatten unterwegs, so verschafft sich der moderne Mensch heute mit einem High-Tech Instrument namens „Paddel“ den notwendigen Vortrieb.

Doch so sehr der Fortschritt nutzen uns bringt, so gross ist die Vielfalt unteschiedlichster Marken, Modelle, so sehr plagt einen die Qual der Wahl.

Wir möchten Euch in diesem Ratgeber gerne dabei helfen, das optimale Paddel für Euren Einsatzbereich zu finden.

Die Materialien:

Alu Paddel sind relativ günstig, haltbar und robust. Im Vergleich zu Carbon oder Fiberglas ist so ein Alu-Paddel allerdings ziemlich schwer (ca. 950 -1100 g). Beim Einsatz im Salzwasser frisst sich das Material schnell fest. Meistens besitzen Alu Paddel einen Alu Schaft und einfache Kunststoffblades. Diese Blades sind zwar robust (nicht so anfällig bei Steinkontakt) aber dafür weich (flex) und schwer. Alu kommt bei Paddeln von ca. 80 – 150 CHF zum Einsatz und richtet sich eher an den weniger sportlich-orientierten Einsteiger.

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Robust aber schwer – Alu Paddel mit Kunststoffblade. Schwimmer notwendig da die meisten Alu Paddel sonst schnell untergehen.

In punkto Gewicht (ca. 700 -900 g) und Preis kann das Fiberglas Paddel punkten. Je nach Machart besitzen die Schäfte allerdings oft etwas mehr Flex. Das Fiberglas oder Glasfaser Blade dagegen ist etwas steifer als dass Kunststoff-Pendant. Bei lackierten Blades blättert gerne mal die Lackschicht ab. Es gibt auch Fiberglas Schäfte welche mit Carbon Blades bestückt werden bzw. umgekehrt. Preislich werden Einsteiger bis Fortgeschrittene ca. von 130 bis 300 CHF fündig.

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Das Fiber Paddle ist oft leichter als ein Alu Paddel. Meist relativ hoher Flex. Gute Preis-Leistung.

Den Highend-Bereich kennzeichnet wie auch in vielen anderen Sport-Branchen das „Carbon“. Nur damit schafft man den optimalsten Kompromiss aus Leichtigkeit, Steifigkeit und Stabilität. Doch ist Carbon nicht gleich Carbon und auch die Konstruktion spielt dabei eine ganz wichtige Rolle. Die oft verwendeten Kürzel 1K, 2K 3K… beschreiben unterschiedliche Carbon-Qualitäten. Je höher das „K“ je mehr Carbon-Filamente befinden sich in einer Faser. Carbon an sich ist „richtig verarbeitet“ extrem leicht, steif, sehr zugfest und weist eine eine hohe Lebensdauer auch bei sehr vielen Belastungswechseln auf… so viel jedenfalls zur Theorie. Käme da nicht die Stossempfindlichkeit zum Zuge. Beschädigt man Carbon z.B. mittels Steinkontakt, wird es spröde und so zur Schwachstelle. Hochwertige Carbon Paddel werden deshalb an exponierten Stellen wie z.B. das Blade oft zusätzlich mit ABS Kunststoff, Kevlar oder Fiber verstärkt.

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Hochwertige Carbon Paddel sind an den Kanten zusätzlich verstäkt

Steife und superleichte Carbon Paddel weisen meist einen Carbon Anteil von 80-100% auf. Bei günstigeren Carbon Paddel betragen dessen Anteile oftmals nur 40-70%, was sich auch oftmals am Mehrgewicht und relativ hohen Flex äussert (welcher grundsätzlich nicht zwingend nachteilig sein muss – dazu später aber mehr). Bei Carbon Paddel sollte man tunlichst Steinkontakt meiden. Für den härteren Einsatz im Fluss, für spielende Kinder empfiehlt sich ein Fiberglas-Zweitpaddel. Für motivierte Einsteiger, Fortgeschrittene und natürlich für Racer ist Carbon Erste Wahl. Preislich geht es ca. ab 250 CHF los und man kann sein Portemonnaie problemlos bis 1000 CHF erleichtern.

Carbon-SUP_Paddel
Superleicht, steif und schön. Hochwertige Carbon Paddel sind ihr Geld Wert!

Neben den 3-Materialien gibt es auch Paddel aus Holz oder auch diverse andere Kombinationen wie Carbon- und Bambus. Der grösste Vorteil solcher Materialien dürfte aber die Optik und das Feeling sein. So fühlt sich Holz z.b. unglaublich warm & angenehm flexend an in der Hand. Ein schönes Bambus Blade passt dagegen einfach ganz hervorragend zu einem Bamboo-Board. Effizienz- und Gewichtsrekorde wird man damit jedoch nicht knacken.


 

Das Gewicht:

SUP-Paddel wiegen je nach Ausführung von ca. 400 – 1100 Gramm. Dem Paddel-Gewicht kommt eine ganz besondere Bedeutung zu. Im Gegensatz zum SUP-Board wo ein paar Gramm mehr oder weniger nicht ins Gewicht fallen, zählt beim Paddel wirklich jedes Gramm. Zur Verdeutlichung – Der Gewichtsunterschied zwischen einem leichten Paddel und einem Standard SUP-Paddel beträgt mindestens 300 Gramm, das hört sich vielleicht nicht nach sehr viel an… Bei einer Stunde Paddeln (sportlichen 50 Schlägen je Minute) muss man mit dem schweren Paddel aber sage und schreibe 900 Kilogramm mehr heben.

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900 Kilogramm – Ein leichtes Carbon Paddle sorgt dafür das Du einen Wisent weniger heben muss!

Die Gewichtsersparnis macht sich vor allem unten am Blade, also an der zu schwingenden Masse bemerkbar. Das Blade legt beim Paddeln im Grunde den grössten Weg zurück – kein Wunder spürt man eine Materialkur hier auch am meisten! Doch ausgerechnet an diesem Teil des Paddels mit Material zu geizen, welches den grössten Beanspruchungen ausgesetzt ist, ist gelinde gesagt auch „grob fahrlässig“. Deshalb ist ein hochwertiges Grundmaterial, eine gute Verarbeitung und eine verstärkte Kante Pflicht! Es gilt trotzdem den Steinkontakt stets zu vermeiden!


 

Der Schaft – Fix, Vario oder 3-teilig

Verstellbarer Paddelschaft (2-teilig oder 3-teilig): Ein höhenverstellbares Paddel eignet sich sehr gut für Einsteiger, wenn verschiedene Personen z.B. ein Board nutzen und für Personen die Mobiler & flexibler sein möchten. Auch Personen die in Unterschiedlichen Gewässern fahren empfiehlt sich ein verstellbares Paddel. So fährt man z.B. in Wellen das Paddel oft etwas kürzer als im Flachwasser. Mittels Schnellverschluss kann die Länge komfortabel angepasst werden. Je nach Ausführung der Verstellmechanik kann evtl. Wasser ins Paddel eindringen.

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Vario Schaft zum einfachen, stufenlosen verstellen des Paddels. Vorsicht, Verstellmechanismen mit Löchern lassen Wasser eindringen.

Manche Paddel kann man sogar in drei Teile zerlegen und hat somit die maximale Mobilität. Nachteil dieser Paddel sind das konstruktionsbedingt etwas höhere Gewicht sowie im schlechtesten Fall eine etwas verwindungsanfällige Klemmung. Bei beiden Punkten gibt es jedoch mittlerweile sehr vernünftige Kompromisslösungen. Bei 3-teiligen Paddeln ist stets auf eine ordentliche Klemmung zu achten, da sie ansonsten klappern und ausleiern können. Je nach Bauart kann ggf. auch hier Wasser in die Paddel eindringen und das Paddel so leichter sinken. Verstellbare Paddel, besonders die 3-teiligen lassen sich vom Konzept (konsequenterweise) sehr gut mit einem Inflatable-Board kombinieren. Die meisten 3-teiligen SUP Paddel kann man so z.B. praktisch im Inflatable Rucksack transportieren!

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Praktisch zum transportieren. Perfekt für Inflatables! Unbedingt auf eine gute, spielfreie Klemmung achten.

Fixer Paddelschaft: Fixe Paddel müssen zuerst auf die richtige Grösse gekürzt werden. Einmal gekürzt, kann man das Paddel dann nicht mehr verlängern. Das setzt eine gewisse Erfahrung voraus. Da diese Paddel in der Regel leichter und steifer sind, werden sie bevorzugt für den sportlichen Bereich genutzt. Wenn für den sportlichen Zweck Mobilität und Flexibilität keine Rolle spielen empfehlen wir das fixe Paddel, im Zweifelsfall aber eher das verstellbare.

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Kompromisslos leicht & steif. Ein hochwertiges 1-teiliges Paddel ist Erste Wahl für Racer!

Das Schaftrohr selbst ist meistens rund und lässt sich so auch sehr gut greifen. Grössere Durchmesser sind steifer, dünnere dagegen weisen mehr Flex auf. Man sichtet auch immer mehr ovale Rohre die noch mehr Steifigkeit in Belastungsrichtung bringen sollen, allerdings für viele etwas gewöhnungsbedürftig beim greifen sind.

Steif oder Komfortabel – wie hättest Du es gerne? Ein flexender Schaft biegt sich bei engagierten Zug mehr durch, baut den Druck somit sanfter auf und schont die Schultern und Gelenke. Ein steifer Schaft dagegen bringt mehr Power, überträgt den Druck direkter, ist deshalb Erste Wahl bei vielen sportlich ambitionierten SUPern.

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Kraftvoll oder eher komfortabel? Hersteller wie z.B. Starboard bieten Paddel mit unterschiedlichem Flex an.

Die richtige Paddellänge:

Bitte beachte dass die Angaben unten nur grobe Werte sind. Letztlich entscheiden die eigenen Bedürfnisse.

Das Kürzen von fixen Paddeln sollte man unbedingt selbst vornehmen. Vorher ausgiebig testen! Einige nehmen zuerst ein verstellbares Paddel und steigen dann, wenn die Länge klar ist um auf ein leichtes fixes Paddel. Alternativ schlagen wir vor das Paddel ca. 2 cm über der errechneten Länge abzusägen, den Griffkonus mit etwas dünnem Klebeband zu umwickeln und ins Rohr hineinzustecken, so das er satt sitzt. So kann man nun testen, ggf. wieder ein kleines Stück absägen und sich langsam an die Ideallänge herantasten. Damit das Carbon an den Schnittkanten nicht ausfranst, während des Sägens eine Lage Klebeband am Schnitt anbringen.

• Für den Wave-Bereich sollte die Länge des Paddels ca. 10-15cm über der Kopfhöhe betragen, da der Oberkörper beim Paddeln mehr eingesetzt wird.
• Für das Flachwasser ca. 15-20cm über der Kopfhöhe, für eine etwas aufrechtere, effizientere Paddelstellung.


Der Paddelgriff:

Auch hier sieht man unterschiedliche Konzepte. Ob eher eine Art Knaufform oder T-Griff ist wohl u.a. auch eine Gewohnheitssache. Der Trend scheint zum T-förmigen Griff zu gehen, mit dem man optimal Druck geben und das Paddel auch gut kontrollieren/dirigieren kann. Form & Grösse unterscheiden sich je nach Modell leicht. Am besten man nimmt den Griff deshalb in die Hand. Frauen und Leute mit kleineren Händen bevorzugen eher kleinere Griffe. Achtet darauf das sich am Griff keine scharfkantigen Übergänge befinden.

SUP-Paddel-T-Grip
Der T-Grip gehört zu den beliebtesten Paddelgriffen

Das Paddelblatt (Blade):

Es gibt verschiedene Shape-Formen & Grössen für verschiedene Einsatzbereiche.
Ganz grob lässt sich sagen: je grösser die Paddelblattfläche desto höher der Vortrieb & Kraftaufwand /je kleiner die Paddelblattfläche desto weniger Kraft ist erforderlich aber desto schneller muss man Paddeln. Grosse, schwere Fahrer sollten etwas grossflächigere Paddelblades wählen (bis ca. 8.5 – 9.0), mittelschwere Fahrer (ca. 8.0 bis 8.5) und leichte Fahrer dagegen kleinere Paddelblätter (ca. 7.0 – 8.0) Die gängigsten Paddelblatt-Grössen sind folgende 7.2 / 8.0 / 8.5 / 9.0 Wobei der Trend allgemein eher zu den kleineren Blades und somit zu einer hohen Paddel-Kadenz geht. Spezielle Kinderpaddel weisen meist eine kleine Fläche (bis 7.0) auf. Auch ist der Schaft kürzer und möglichst leicht konstruiert.

Neben der Grösse ist aber auch die Paddelblattform verantwortlich für die Paddeleigenschaften. Die Formgebung der Paddel beeinflusst dessen Verhalten im Wasser. Wie ist die Führung im Wasser, wie gleichmässig ist der Durchzug, wie dreht es sich heraus, wie sticht es ein… es gibt zahlreiche Theorien und auch Konzepte und jeder Hersteller kocht ein Stück weit sein eigenes Süppchen. Die Formgebung ist komplex & eine Wissenschaft für sich. Wir werden in den kommenden Wochen speziell dafür detailliertes Know-How eines Profis hier publizieren.

Die meisten Allroundpaddel sind eher Tropfenförmig und weisen rundere Flanken auf. Manche Flachwasserspezialisten dagegen sind leicht schon V-förmig Konkav, die Flankenradien sind etwas kleiner. Spezielle Wave Paddel haben vereinzelt Aussparungen am Paddelblatt, welche eine höhere Paddelfrequenz erlauben (das Paddel löst sich schneller aus dem Wasser). Whitewater Paddelblades sind für den harten Einsatz in Wildwasser-Flüssen konzipiert. Die Blades sind eher länglich und aufgrund der ständigen Gefahr eines Steinkontakts sind diese an den Kanten speziell verstärkt.

Blade-Winkel
Sportliche SUP-Paddel-Blades haben einen Winkel von ca. 7-12°. Eine leichte Wölbung im Blade sorgt für sanftes Eintauchen.

Betrachtet man die Blades von der Seite dann fällt einem auf das diese meistens nach vorne abgewinkelt sind (7-14 Grad). Das Abwinkeln erhöht den Reach, also die Reichweite beim Einstechen und fördert eine sportliche, effiziente Haltung. Eine weiche Wölbung des Blades sorgt dabei für sanftes eintauchen. Dünnere Blades kommen am einfachsten ins- als auch aus dem Wasser.

Wir empfehlen für den sportlichen Einsatz möglichst leichte, dünne & steife Blades zu wählen. Falls Komfort erwünscht wird ist der Flex dann am Schaft besser aufgehoben.

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Die beliebteste Form für den Allroundbereich (links) und ein Flachwasser Race Paddel von Starboard (mitte). Für Fluss speziell Profiliert und verstärkt (rechts).

Tipp: Die meisten Schäden entstehen beim Transport. Wer ein leichtes Carbon Paddel daher optimal schützen möchte der besorgt sich eine Paddeltasche. Diese sind für alle Paddelarten (fix, 2-teilig, 3-teilig) erhältlich. Für den härteren Einsatz im Wasser empfehlen wir einen zusätzlichen Blade-Kantenschutz. Dieser ist in unterschiedlichen Farben und Versionen (u.a. im SUP-Piraten Shop) zu haben.


Wir hoffen wir konnten Euch mit diesem Guide ein wenig Licht ins Dunkel bringen!

Der Guide richtet sich in Erster Linie an den Laien und SUP-Einsteiger. Weiteres, detaillierteres Paddel Know-How, als auch diverse Testberichte werden wir in Kürze hier in den Standup-Pages publizieren.

Der Guide soll Euch eine grobe Orientierungshilfe sein. Grundsätzlich empfehlen wir Euch aber: Nehmt Paddel selbst in die Hand, lasst Euch beraten & falls möglich testet sie aus…

Der SUP Händler Eures Vertrauens wird Euch sicher einige Exemplare zum testen geben. Denn nur so spürt ihr die Unterschiede!

Euer Standup-Pages Team

 

 

Der SUP-Paddel Guide hilft Dir…
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