Das sündhaft schnelle Kajuna Team-Replica 14′ gibt sich die Ehre

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Testbericht-Race-inflatable-SUP

langweilig

SUPen ist Dir zu einfach? Zu wenig herausfordernd? Zu langweilig? Da geht nix vorwärts? Und das, was wirklich schnell wäre, ist Dir viel zu teuer, anfällig und kompliziert zu transportieren?

Dann… ja dann wird es Zeit genau DIR einfach eine andere Kategorie von SUP Board unter die Füsse zu schieben:

„Das inflatable Race SUP Board“

Die Kategorie ist an sich nicht neu aber bislang waren inflatables meistens noch einfach zu weit von schnellen Hardboards entfernt.

Das Problem, einem Hardboard kann man definierte Kannten und Formen geben. Man kann den Shape so auf optimale Verdrängungseigenschaften und Stabilität hin modellieren. Bei einem inflatable gestaltet sich das um ein vielfaches schwieriger. Kannten werden hier rund und auch den Formen sind klare Grenzen gesetzt.

SUP-Verdraengert
Einem Hardboard kann man Kanten und Formen geben und so die Verdrängung optimieren

Auch in Sachen Steifigkeit wird das Inflatable wohl nie an das Hardboard heran kommen.

In Punkto Transport, Robustheit, Schlagunempfindlichkeit und Komfort dagegen setzt das Inflatable Massstäbe.

Ein Hoch also auf denjenigen, der es schafft oder zumindest versucht beide Tugenden miteinander zu verbinden!

Und einer davon ist Kajuna-Boarding. Ein Projekt bei dem u.a. auch wir mitwirken. Die Marke aus Unterägeri arbeitet schon länger erfolgreich mit den schweizer Inflatable-Pionieren der Marke Airboard zusammen. Heraus kam ein Race-Board das sichtbar mit Normen bricht. Bereits die ersten Bilder des Prototyps aus der Fabrik liessen unsere Beine regelrecht kribbeln!

Kajuna-Team-Replica-Race-Board-Test

Das neue Kajuna Team-Replica 14′ ist hinten spitz, in der Mitte bauchig und vorne langgezogen. Seht selber…

Kajuna-Race-Board-Testbericht

Die Form und das Konzept der markanten Nose erbte das Kajuna Team Replica vom Airboard Rocket. Die Nose wurde etwas länger, schmäler, flacher und der Übergang zum Bauch noch etwas weicher. Das Board soll so noch kompromissloser werden. Die „SpeedNeedle“ getaufte Nose soll einen Verdrängerrumpf simulieren. Das Wasser wird beim SpeedNeedle Rumpf keilförmig zur Seite verdrängt, was für deutlich geringeren Wiederstand sorgen soll.

Und weil es so schnell sein soll spendierte Kajuna natürlich auch dem Team Replica den ultra-schnellen, orangenen Speed-Coating Unterboden.

Kajuna-Team-Replica-Race-isup-Board-Test
Der Speed-Coating Unterboden passt voll ins Konzept | Der Finnenkasten wurde dem Geradeauslauf zuliebe soweit hinten wie möglich angebracht

Die Nose wurde sehr flach gehalten und liegt nun fast mit der ganzen 14 Fuss Länge im Wasser. Das riecht förmlich nach purem Geradeauslauf!

Kajuna-Team-Replica-Race-inflatable-Board-Test
Flach wie eine Flunder

Der bauchige Teil in der Mitte soll ausreichende Standstabiliät bringen (wenn man bei 27″ Breite überhaupt davon sprechen kann). Das extrem spitze Heck soll bei Gewichtsverlagerung nach hinten die Drehung erleichtern und Verwirbelungen minimieren. Fordert hinten aber sicher auch einen balancestarken Fahrer.

Kajuna-Team-Replica-Race-Board

Ganz praktisch, nicht nur zum Halten bei Races sind die beiden zusätzlichen Griffe vorne sowie die schlau gelösten Gepäcknetzösen, von welchen zwei direkt im Haltegriff integriert sind. Ein weisses Gepäcknetz liegt bei und kann optional montiert werden.

Kajuna-Team-Replica-Race-aufblasbar-Board-Test

Beim Fusspad hat sich Kajuna für das bewährte & komfortable Flat-Pad im Standbereich und das Diamond Grip Pad im hinteren Bereich entschieden. Der mittlere Handgriff ist schön breit und wird robust abgestützt.

Die Verarbeitung ist speziell auch an den schwierig zu produzierenden Bereichen wie Rundungen und den Spitzen vorne und hinten vorbildlich.

Kajuna-Team-Replica-Race-aufblasbar-Board-Testbericht
Die SpeedNeedle Nose ist hervorragend verarbeitet und giert sichtbar nach Geschwindigkeit

So zumindest die THEORIE… und jetzt geht’s zur PRAXIS!

Der Bodensee zeigt sich heute (glücklicherweise) von der braven Seite. Spiegelglattes Wasser, wenig Wind. Genau so ein Tag haben wir uns für diesen Test gewünscht!

Stand-Up-Paddling-Bodensee

Bereits beim Aufsteigen spürt man das der Shape auf jegliche Art von Gewichtsverlagerung reagiert. Supersensibel und relativ wackelig. Sobald man aber Geschwindigkeit aufnimmt (und das gelingt überaus schnell) wird das ganze berechenbarer. Das Anpaddeln gelingt wirklich in einer bisher zumindest von uns nicht gekannten Leichtigkeit. Auch wenn wir ein Stück weit befangen sind… wir sind sicher das würdet ihr genaus so empfinden… unglaublich!

Kajuna-Team-Replica-Race-sup-Test

Beim Halten der Geschwindigkeit sollten sowohl Balance als Motorik beim Paddeln möglichst im Einklang sein. Fehler verzeit der Shape dabei nur in Massen und quittiert kippen Rossgleich mit einem (ach so gemeinen) Abwurf.

Man kommt superschnell voran. Der direkte Vergleich mit einem ähnlich-breiten herkömmlichen 12’6er Race iSUP untermauert unser Gefühl. Es paddelt sich sichtbar schneller an und hält auch besser die Geschwindigkeit. Der grandiose Gerdeauslauf lässt sich noch durch eine Race Finne optimieren.

Paddle-Board-Bodensee

Wasserbild und Geräuschkulisse überzeugen. Keine grossen Verwirbelungen hinten, Keilförmig wird das Wasser vorne aufgespalten. Kein Klatschen oder Gegenwehr bei kleineren Wellen… man schneidet förmlich wie durchs Wasser.

Kajuna-Team-Replica-Race-isup-Test

Beim Heck stelle ich nicht zufällig Ähnlichkeiten zu meinem Fanatic Falcon 14′ Hardboard fest. Sehr schmal und spitz zulaufend. Und das wurde aus guten Grunde so konzipiert. Weniger Material und Kannte hinten fördert die Drehfreudigkeit. Sobald man Gewicht und Aktion nach hinten bringt, dreht der Shape relativ willig. Entlastet man ihn, läuft er wieder schienengleich nach vorne.

Falcon_Carbon_14-Fanatic-SUP
Spitz hat sich auch beim Heck des Open Ocean Race Boards Fanatic Falcon 14′ bewährt

Das ganze hat allerdings einen Haken. Da hinten fühlt es sich in etwa so an als würde man auf einem Zahnstocher stehen. Entsprechend schnell landet man im Nass. Ein Pivotturn sollte man damit ausdauernd üben. Nach einigen ernüchternden Versuchen gelingt einem dann aber das schier unmöglich geglaubte.

Kajuna-Team-Replica-Testbericht

Die Steifigkeit, bisher eine Tugend der Kajuna Boards enttäuscht auch hier nicht. Der Shape wird aus dem selben Mirasol Drop-Stich in seiner dichtesten Qualität Handgestrickt wie auch sein beliebter Tourenbruder Flat-Ray ihn hat. Das Team Replica ist flacher und wird noch etwas mehr unter Spannung gesetzt, was für noch weniger Durchhängen bei Belastung sorgt. Mit 18 psi liegt das Board so auch bei viel Gewicht Flunderflach im Wasser.Kajuna-Team-Replica-Test

Bei so viel Lob müssen wir aber auch (zähneknirschend) ein bisschen Tadel Kund tun:

Standsicherheit, wie ein herkömmliches Touringboard es bietet ist dem Kajuna Team-Replica eher fremd. Es ist ein ausgewachsener Sportler und möchte von ebensojemandem betrieben werden. Es ist keine Kompromisslösung und bietet nur wenig Reserven. Das Team-Replica läuft zur Höchstform im flachen Wasser auf. Bei kleineren Wellen gibt sich die Nose erstaunlich unbeeindruckt, bietet dem Wasser nur wenig Angriffsfläche. Das Limit hier setzt eher wieder mal das Balancegefühl des Fahrers. Das Anheben der Nose klappt an sich sehr gut und schnell, doch auch hier wird die Balance des Fahrers gefordert.

Kajuna-Team-Replica-inflatable-Race-sup-Test

Ich fahre das Kajuna Team-Replica 14′ nun seit ca. 2 Monaten regelmässig bei sportlichen Touren und kurzen Workouts am Bodensee und Ägerisee. Und was soll ich sagen… man gewöhnt sich doch recht schnell an das Board. So sehr, dass man beim Umstieg auf was breiteres, kürzeres regelrecht entschleunigt wird. Es funktioniert tatsächlich… so schnell, herausfordernd und aktiv habe ich mich bisher auf keinem inflatable vortbewegt!

Mein geliebtes Carbon-Hardboard bleibt nun des öfteren auch bei sportlichen Workouts mal zuhause. Wenn es nicht um das allerletzte quäntchen Effizienz geht dann ist dieses neue pfeilförmige Inflatable eine sehr gute Alternative!

Jedem der das nicht glauben kann, empfehle ich eine Testfahrt in den Kajuna Test-Centern am Bodensee oder am Ägerisee. Und allen anderen Interessierten natürlich auch!

Das Kajuna Team-Replica ist unser heisser Tipp für diejenigen die die Herausforderung suchen und für Leute die effizienten Sport machen oder auch mal Rennen teilnehmen möchten.

Beim Preis von 1499 platziert sich die Haus-Marke der SUP-Piraten dank Vermeidung eines Zwischenhandels unter dem Marktpreis eines herkömmlichen Race-iSUP Boards. Bewusst nicht billig aber wirklich jeden Rappen Wert! Im SUP-Piraten Shop wird das Board auch als Trainings- und Teammaschine zur Verfügung stehen!

–> Hier findet ihr den Link zum Board im SUP-Piraten Webshop

Tourenfreunde, Geniesser, Einsteiger empfehlen wir eher ein klassisches Touringboard. Auch hier gibt es ja auch durchaus etwas sportlichere Genossen wie z.B. das Kajuna Flat-Ray. –> Siehe Testbericht des Kajuna Flat-Ray 12’6

Auf geht’s! Drysuit an und raus aufs Wasser… Wir wünschen Euch einen schnellen & guten Start in den Frühling!

Euer Stand Up Pages Team

 

*Wichtig: Dieser Test ist kein offizieller Produkttest und ersetzt keine Probefahrt durch Dich! Er beruht lediglich auf meinen eigenen Erfahrungen, auf meiner persönlichen Meinung zu diesem Produkt (frei von Sponsoring). Dein Fahrkönnen, Deine Gewohnheiten und Bedürfnisse sind bei der Wahl des passenden Stand Up Paddle Boards unbedingt mit einzubeziehen!

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