Das Nidecker SUP Air 12’6 im Test

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Vorhang auf…

… für das neue inflatable Touringboard von Nidecker!

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Touringboards liegen voll im Trend. Kaum ein Brand der nicht ein sportliches, langes Flachwasserboard im Sortiment hat…

So vielzählig die Auswahl ist so unterschiedlich sind jedoch oft die Konzepte & Lösungen dahinter im Detail. Als SUP-Händler halten wir stets Ausschau nach neuen, ergänzenden Produkten für unser Sortiment. So sind wir vor einigen Monaten dann u.a. bei Nidecker fündig geworden und bestellten gleich ein Testexemplar.

Nach zweimonatiger Testphase nun unser Feedback zum neuen Nidecker SUP Air 12’6.

Die Schweizer Boardspezialisten lieferten uns das 2015er Modell noch mit dem altem (grauen) Rucksack: Ansonsten entspricht es der aktuellen Serie.

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Der Rucksack ist zweckmässig, löst aber keine Freudensprünge aus. Die Beladung erfolgt von oben. Aus Erfahrung wissen wir, das dies nur dann reibungslos vonstatten geht, wenn das Shapematerial auch flexibel genug ist um es schön eng zu rollen.

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Sauber verarbeitet. Material sehr gut zum zusammenrollen.

Als wir den Shape auspacken, die Erleichterung. Gutes, sehr flexibles Premium Drop-Stich Material. So kann man das Board ohne Verzweiflung in den Rucksack packen. Klingt detailverliebt… das kann aber im Alltag ein echter Spasskiller sein!

Mit dabei im Paket ist eine ebenfalls „zweckmässige“ High-Pressure Pumpe mit schmalem Zylinder. Es ist die gleiche wie z.B. Mistral verwendet. Hier dürfte unserer Meinung nach angesichts des Preises von 1449 CHF bereits eine etwas hochwertigere Doppelhubpumpe dabei sein. Nun gut, die Funktion ist im Grossen und Ganzen in Ordnung. Übrigens wen es interessiert: –> hier findet ihr eine Übersicht und Testbericht aller gängiger Handpumpen

Vollständigkeitshalber will erwähnt sein, dass das Nidecker iSUP Package auch eine Standardfinne (US-Box System) und ein Repair-Kit beinhaltet.

Mit etwa 1 Bar (empfohlenem) Druck hauchen wir dem Shape Leben ein. Der Shape scheint an den Rails, der Spitze und den Rundungen sehr schön verarbeitet zu sein. Die Linien-Struktur an Oberdeck und Bottom weist auf das bewährte Lineare Drop-Stich hin welches wir auch schon vom Mistral M1, Naish One oder Starboard Astro her kennen. Dieses Material schafft einen ordentlichen Kompromiss zwischen Steifigkeit, Formstabilität und Gewicht. Die Waage bleibt bei 10.7 kg stehen. Ein guter Wert für ein solch langes Brett.

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Top: Riesiges Gepäcknetz | Praktische Griffschlaufe vorne | Komfortables EVA-Pad mit linearem Cut

Das Eva Fusspad hat erfreulicherweise keine Diamond-Cut Struktur. Erfreulich deswegen, denn das linierte Pad bietet (wie auch glattes) unserer Meinung nach mehr Komfort beim Stehen und der Grip ist absolut ausreichend.

Bei unserem obligatorischen Steifigkeitstest reit sich das Board unter den 3 oben genannten Probanden ein. Beim draufstehen biegt es sich kaum durch, beim hüpfen nickt „inlatable like“ die Nase etwas. Nicht knüppelhart aber absolut ausreichend steif und eben noch schön leicht.

Nidecker-SUP-Testbericht

Das Design ist ansprechend. Schweizerisch clean & seriös. Top ist das grosse Gepäcknetz… das ist wirklich äusserst praktisch. Ganz gleich ob Bierkasten, Packsäcke oder Zelt… hier kann fast alles befestigt werden. Daumen hoch! Der Handgriff ist schön breit, gut zu tragen. Vorne weist das Nidecker SUP Air 12’6 noch einen zusätzlichen, praktischen Griff auf.

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Macht auch von unten einiges her!

Die von der Seite betrachtete Form des Shapes ist speziell. Anders als die meisten anderen Touringboards wurde das Nidecker SUP Air 12’6 nicht möglichst flach konstruiert, sondern besitzt einen leichten aber betonten Kick an Heck und Nose. Vor zwei Jahren sah man noch mehr Shapes die eine ähnliche Form besassen… im Flachwasser setzten sich aber unlängst die flacheren Kollegen durch.

Einen anderen Weg geht Nidecker auch bei der Boardbreite. Während viele Brands die Touringboards leicht Pfeilförmig konstruieren (vorne/hinten schmal bzw. Spitz, Mitte breit), zeichnet Nidecker das lange inflatable durchgehend schön sportlich, schmal mit parallelen Rails.

So, genug um den heissen Brei geredet… eiskalte Fakten soll nun der Fahrtest liefern!

Apropos „Eiskalt“… nachdem die 1.5 wöchige Saufront über uns weggezogen ist, kühlte sich das Wasser wieder auf magere 13 Grad ab. Da jedoch die Aussentemparaturen nun nahezu sommerlich sind, verzichten wir auf Shortys & Co. Entsprechend gehemmt gehen wir auch ins Test-Shooting.

Nidecker-Stand-Up-Paddling-Test Nidecker-SUP-Erfahrung

Wie uns die Breite des Boards schon suggeriert, liegt das Brett sehr sportlich im Wasser. Absolute Anfänger werden hier am Anfang evtl. wackelige Knie bekommen… aber nach ein paar hundert Metern wächst so etwas wie vertrauen. Und das darf auch wachsen – denn der Shape ist noch ausreichend breit um auch bei abgelenkter Konzentration nicht den gemeinen Wasserhecht zu machen.

Das Board paddelt sich mühelos an. Leichte, heranplatschende Schaukelwellen nimmt die arrogante Nase von vorne sehr Souverän. Die Wellen bleiben wo sie hingehören – unter dem Bug! Der Nose-Kick geht also auf… theoretisch müssten auch grössere Wellen als wir sie hier vorfanden unter dem Bug bleiben.

Der sehr spät, abrupt einsetzende Kick hinten sorgt auch beim Downwinden für Spass. Die Finne befindet sich übrigens „vor“ dem Kick… sie bleibt somit genau da wo sie hingehört. Brav im Wasser! Sollte klar sein aber uns kamen schon einige Boards unter die Füsse, bei denen die Finne quasi Luft schnitt.

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Der Geradeauslauf und die gefühlte Geschwindigkeit sind super. Rein theoretisch wäre da mit einem flachen Body noch mehr möglich aber auch im Vergleich mit dem ultraflachen Starboard Astro (mit gleicher Standardfinne) stellen wir hier keine grossen Einbussen fest. Es scheint als kompensiere der schmale, parallele Shape die Nachteile des Kicks an Front und Heck. Ein durchaus gelungenes Konzept also…

Weit hinten wird der Shape erwartungsgemäss wackelig. Steht man allerdings nur 3-4 Schritte weiter hinten, so gibt sich das Board noch durchaus sicher und agil.

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In dieser Position noch sehr gut & sicher zu stehen

Und Yogatauglich? NEIN… no way… einen versuchten Handstand veranlasste das Board dazu, seinen tollkühnen Reiter gar mitleidslos in arktische Gefilde zu schmeissen. Ob die Wurzel des Malheurs nun eher am Board oder aber am Piloten lag lassen wir mal aussen vor… das Metier des Nidecker SUP Air 12’6 scheint jedenfalls eher das klassische Stehpaddeln zu sein.

Nidecker-inflatable-SUP-Testbericht
Bilder nach und während dem missglückten Handstands wurden zensiert!

Unser Fazit: Eine richtige Bereicherung für unser Sortiment! Das Nidecker SUP Air 12’6 ist ein sportliches Board das durch seine eigenständigen Details besticht und überzeugen kann. Der Shape richtet sich vorwiegend an SUPer die gerne sportlich & aktiv unterwegs sind. Mit diesem Board fühlt man sich sowohl bei längeren Touren als auch bei sportlichen Workouts wohl. Der schmale Shape sorgt auch noch nach längerer Zeit dafür, das es einem so schnell nicht langweilig werden wird.

Zu testen, kaufen und anfassen gibt’s das Board ab sofort in ausreichender Stückzahl –> hier, bei den SUP-Piraten. Kommt vorbei und testet was das Zeug hält!

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Euer Standup-Pages Team!

*Wichtig: Dieser Test ist kein offizieller Produkttest und ersetzt keine Probefahrt durch Dich! Er beruht lediglich auf meinen eigenen Erfahrungen, auf meiner persönlichen Meinung zu diesem Produkt (frei von Sponsoring). Dein Fahrkönnen, Deine Gewohnheiten und Bedürfnisse sind bei der Wahl des passenden Stand Up Paddle Boards unbedingt mit einzubeziehen!

Anbei noch die Bildgalerie zum Test:

Das Nidecker SUP Air 12’6 im Test
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